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Verkehrssicherheit für Senioren mit Rollator

Rollatoren gehören genauso zum Stadtbild wie Radfahrer, Autofahrer, Zweiradfahrer, Eltern mit Kinderwagen und seit kurzem auch E-Scooter. Aber denken Sie als Rollatorennutzer auch an Ihre eigene Sicherheit?

Gastautor: Joachim Tabath, hat mehr als 14 Jahre Erfahrung in der Verkehrsunfallprävention und Seniorenarbeit als Hauptkommissar bei der Polizei Düsseldorf. Nach einer beruflichen Veränderung teilt er seine umfangreiche Erfahrung, unabhängig und in der Nebentätigkeit zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und Sicherheit allgemein für Senioren in Fachartikeln und auf Anfrage in seinem Netzwerk in und um Düsseldorf. Auf seinem Schreibtisch ist das Thema der Sicherheit rund um den Rollator entstanden und von dort dann u.a. bundesweit weitergegeben worden.

Für die Sicherheit im Verkehr benötigen Fahrzeuge beispielsweise Ausrüstungsvorschriften wie u.a. die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO), die Betriebserlaubnis und Bauartgenehmigungen. Eine TÜV-Überprüfung wird regelmäßig für das Fahrzeug verlangt. Ebenso muss der Fahrer nach dem Straßenverkehrsgesetz (StVG) geeignet sein, ein Fahrzeug führen zu können, ansonsten könnte ihm der Fahrerlaubnisverlust genauso wie bei einer Trunkenheitsfahrt drohen. Ein Fahrradfahrer sollte nur ein verkehrssicheres Fahrrad nutzen, u.a. müssen zwei voneinander unabhängige Bremsen funktionieren, das Fahrrad benötigt hierfür auch Reflektoren, eine Klingel und Licht. 

Aber auch mit Ihrem Rollator sollten Sie sich absolut sicher bewegen. Im Folgenden geben wir Ihnen 5 Tipps für mehr Sicherheit im Straßenverkehr.

Rollator Sicherheit

Reifenprofil - Rollator Sicherheit

Tipp 1: Regelmäßige technische Überprüfung

  • Überprüfen sie regelmäßig, dass die Griffhalterungen fest sitzen und nicht locker sind. Sollten Sie sich dort aufstützen und die Griffhalterungen lassen sich drehen, ist die Gefahr eines Sturzes groß.
  • Bei älteren Rollatoren überprüfen Sie die Reifen, sind diese bereits sehr abgenutzt, können Bremsen nicht mehr zupacken. Achten Sie auf die Bremszüge, gebrochene und defekte Bremszüge umgehend austauschen lassen. Gefährlich wird es bei defekten Bremsen oder einer defekten Feststellbremse, wenn sie gerade auf dem Rollator sitzen und dieser sich mit Ihnen fortbewegt.
  • Sind an Ihrem Rollator Schrauben locker, defekt oder fehlen sie ganz, lassen Sie diese vom Fachhandel bzw. vom Sanitätshaus, in dem Sie Ihren Rollator gekauft haben, austauschen oder reparieren. (Gewährleistung) Dies hat unter Umständen versicherungsrechtliche Aspekte.

Tipp 2: Einkaufen gehen

  • Gehen Sie einkaufen, laden Sie dabei den Korb oder die Tasche nicht zu voll, denn der Rollator lässt sich dann schwieriger lenken und der Schwerpunkt ändert sich, wenn sie eine Stufe hinauf oder hinunter gehen wollen. Mit einer Begleitung bewegen Sie sich beim Einkauf besser, sicherer und haben auch sofort Hilfe dabei.
  • Lassen Sie ihren Rollator nie allein. Schließen Sie ihn mit einem Schloss ab, wenn Sie ihn beim Arztbesuch oder beim Einkaufen mal allein lassen müssen. Dies machen Sie mit Ihrem Fahrrad auch und der Rollator war unter Umständen teurer als das Rad.

Shopping Rollator - Viel Stauraum

Carbon Rollator Reflektoren

Tipp 3: Sicherheit durch Sichtbarkeit

  • Ein weiterer Sicherheitsaspekt im Straßenverkehr sind Lampen, Reflektoren und vielleicht auch ein sogenannter Schrillalarm. Dies können Sie jederzeit selber anbringen oder anbringen lassen. All das kann für Sie als Nutzer eine gewisse Sicherheit erbringen. Bei einigen Rollatorenfirmen sind Lampen und Reflektoren von Haus schon angebracht.
  • Um sich ganz sicher mit Ihrem Rollator bewegen zu können, trainieren Sie in Ihrem Sanitätshaus den Zusammenbau, die körpergerechte Einstellung und die Verwendung.

Tipp 3: Verschnaufpausen

Mit Ihrem Rollator haben Sie es bei Verschnaufpausen sogar besser als ohne, denn Sie haben immer eine Sitzmöglichkeit dabei und so die Möglichkeit sich immer zu setzen und auszuruhen. Wenn Sie sich dann auf Ihrem Rollator ausruhen, müssen Ihre Füße den Boden berühren, dabei ist die Feststellbremse anzuziehen. Bitte vergessen Sie dies auf keinen Fall! Unsere Bürgersteige sind so konzipiert, dass sie immer leicht schräg zur Fahrbahn verlaufen, damit das Regenwasser in den Rinnstein läuft. Wir möchten uns nicht vorstellen, was passieren könnte, wenn die Feststellbremse nicht angezogen wird, die Füße den Boden nicht berühren können und der Rollator sich mit Ihnen, ohne dass Sie dies wollen, in Bewegung setzt.

Rollator richtig hinsetzen

Tipp 4: Verhalten im Straßenverkehr

  • Sind Sie im Straßenverkehr unterwegs, gehen Sie bitte nie hinter oder zwischen parkenden Fahrzeugen! Vermeiden Sie es auch hinter LKW, Müllwagen, Lieferwagen oder Kleinlastern zu gehen. Hier herrscht die größte Unfallgefahr, denn der Fahrer muss Sie nicht immer unbedingt sehen können. Merken Sie sich einfach den Grundsatz: Wenn ich den Fahrer sehen kann, kann er mich auch sehen. Vertrauen Sie aber nicht darauf. Man muss immer mit der „Dummheit“ der anderen Verkehrsteilnehmer rechnen.
  • Sind Sie unterwegs, meiden Sie bitte, wenn es möglich ist, die gefährlichen Tageszeiten wie den morgendlichen und nachmittäglichen Berufsverkehr und achten Sie immer auf Ihre körperliche Befindlichkeit, denn wir möchten, dass sie immer gesund an Ihr Ziel kommen. Versuchen Sie ihren Arzttermin oder den Einkauf zu einem besseren Termin zu bekommen.
  • Ach ja, und wenn Sie mit Ihrem Hund Gassi gehen, binden Sie ihn nie an Ihren Rollator, denn dann herrscht „Höchste Sturzgefahr“!

Rollator Diebstahl-Sicherrung

Tipp 5: Sicher vor Diebstahl

Sind Sie mit Ihrem Rollator unterwegs, nehmen die Damen bestimmt auch mal ihre Handtaschen mit. Aber Vorsicht! Binden Sie Ihre Handtasche bitte nicht fest an den Rollator. Sollte es wirklich einmal dazu kommen, dass ein Spitzbube Ihnen dann die Handtasche entwenden möchte und diese ist am Rollator festgebunden, ist es möglich, dass dieser Unmensch so lange daran zerrt, bis er die Tasche in seinem Besitz hat. Dann sind womöglich der Rollator und schlimmstenfalls auch Sie umgefallen. Bei so einem Sturz sind Verletzungen oftmals die Folgen.

Um ein derartiges Geschehen zu vermeiden, legen Sie Ihre Handtasche in den Korb oder in die Rollatortasche. In der Handtasche sollten sich lediglich eine kleine Summe Geld und nur eine Kopie des Ausweises befinden. Bestenfalls tragen Sie Ihre Geldbörse aber in Ihrer Hosen-, Jacken- oder einer Bauchtasche am Körper. Ihre Handtasche mit langem Riemen können Sie dann quer am Körper, unter dem Arm tragen. Auf der Rückseite der Ausweiskopie tragen Sie deutlich eine Kontakttelefonnummer Ihrer Tochter, Ihres Sohnes oder von anderen Vertrauenspersonen ein. Bei dem Original des Ausweises besteht immer die Gefahr, dass der Unmensch, wenn er ihn mit der Tasche gestohlen hat, er auch Ihre Adresse kennt, deshalb auch nur die Kopie der Vorderseite.

Wenn Sie also Ihr Geld, Wertsachen und Ausweiskopie am Körper tragen, sind Tempos, Lippenstift und Knirps gut in der Handtasche aufgehoben. Liegt diese jetzt locker im Rollator und kann vom Dieb einfach so mitgenommen werden, kann er sich später darüber erfreuen und Sie können sich darüber freuen, dass der Rollator beim Diebstahl nicht umgerissen worden ist, Sie nicht verletzt wurden und sich demnächst eine neue Handtasche kaufen können.

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